Von 20 % auf 13,3 % Eigenkapitalquote, nur weil unbedacht finanziert wurde?
Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen mit EUR 1 Mio. Bilanzsumme und 20 % Eigenkapitalquote. Mehr wäre aus Bankensicht besser, aber immerhin.
Jetzt steht eine strategische Investition an – eine neue Produktionsmaschine für EUR 500.000. Die Hausbank ist so freundlich, dies über ein Darlehen zu finanzieren.
Was passiert in der Folge mit der Bilanz?
🔹 Die Bilanzsumme steigt durch die Bilanzverlängerung auf EUR 1,5 Mio.
🔹 Das Eigenkapital bleibt absolut gesehen gleich.
🔹 Die Eigenkapitalquote fällt schlagartig von 20 % auf 13,3 %.
Das klingt im ersten Schritt nach grauer Buchhaltung. Es hat aber handfeste Konsequenzen für Bankenratings, EK-Covenants und Kreditauskünfte, die wiederum für die Lieferanten und Kreditversicherer relevant sind.
Dabei ist dieser Effekt vermeidbar.
Wird dieselbe Investition strategisch über Leasing dargestellt, zeigt sich ein völlig anderes Bild:
🔹 Die Anlage erscheint nicht als Aktivposten in der Bilanz.
🔹 Die Leasingverbindlichkeit belastet nicht die Passivseite.
🔹 Die Bilanzsumme bleibt stabil bei EUR 1 Mio..
🔹 Die Eigenkapitalquote bleibt mit 20 % ungeschmälert.
Leasing verhindert die Bilanzverlängerung.
It's not a bug, it's a feature.
Dies ist die bilanzielle Behandlung von Finanzierungsleasing nach den Leasing-Erlassen, die für HGB maßgeblich sind.
Die Entscheidung zwischen Darlehen und Leasing ist daher weit mehr als ein reiner Zins- und Laufzeitenvergleich.
👉 Es ist auch eine Frage der strategischen Steuerung Ihrer Bilanzstruktur.
P.S. Auch bei der Laufzeit wird Leasing besser sein...
Welche Rolle spielt die Eigenkapitalquote in Ihrem Unternehmen?
Von 20 % auf 13,3 % Eigenkapitalquote, nur weil unbedacht finanziert wurde?