Wie vertragen sich Leasing und Mietkauf mit Financial Covenants?
Leasing und Mietkauf gelten gemeinhin als Finanzierungslösungen für den Mittelstand - sie können ihre Vorteile auch im Zusammenspiel mit strukturierten (Kons...
Leasing und Mietkauf gelten gemeinhin als Finanzierungslösungen für den Mittelstand - sie können ihre Vorteile auch im Zusammenspiel mit strukturierten (Konsortial-) Darlehenverträgen, bspw. bei einem LBO oder einer Restrukturierungsfinanzierung, ausspielen.
- Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Darlehensverträge Leasing und/oder Mietkauf erlauben. Dies ist im Abschnitt der Auflagen („Reps and Warranties“) und in der Definition der Erlaubten Finanzverbindlichkeiten („Permitted Financial Indebtedness“) geregelt. Fast immer findet sich eine Regelung, die Leasing (und Mietkauf) bis zu einem gewissen Höchstbetrag („Basket“) erlaubt.
- Nicht zu vernachlässigen sind die Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen („Financial Covenants“), wobei deren Berechnung natürlich entscheidend von der relevanten Rechnungslegung nach HGB oder IFRS abhängt.
Betrachten wir unter HGB bspw. den Verschuldungsgrad EBITDA/Netto-Finanzverbindlichkeiten („Senior Leverage“) und die EK-Quote („Net Worth“):
- Mietkauf: Unter HGB ist Mietkauf einem (zusätzlichen) Darlehen gleichzusetzen, d.h. die Bilanz verlängert sich um die Aktivierung des Objektes und passiv um die Mietkaufverbindlichkeit, durch die GuV gehen die Zinsen und die Abschreibungen auf das Objekt. Deshalb verringert sich die EK-Quote und der Verschuldungsgrad erhöht sich insofern, als die Netto-Finanzverbindlichkeiten ansteigen.
- Leasing: Wählt man Leasing, so kann man unter HGB den „off-balance“-Effekt nutzen (sofern dies bei der Berechnung der Covenants nicht korrigiert wird): die Bilanz bleibt unverändert, in der GuV wird das EBITDA um die Leasingraten, die sonstige betriebliche Aufwendungen darstellen, verringert.
Nun stellt sich die Frage, welche Variante vorteilhafter ist.Die kurze Antwort ist: Je länger die Leasinglaufzeit und je höher der Restwert, desto geringer die Leasingrate, was sich ab einem gewissen Punkt vorteilhaft auf den Verschuldungsgrad auswirkt. Die bessere Eigenkapitalquote ist ein Zusatzargument.
Zusätzlich stellt die Finanzierung von Investitionen mittels Leasing oder Mietkauf eine sehr vorteilhafte Möglichkeit dar, zusätzliche Liquidität zu schöpfen und die Finanzierungsquellen zu diversifizieren.
- Entscheidend bei einer Leasing- oder Mietkauffinanzierung sollten immer die Auswahl des verständigen Finanzierungspartners, des passenden Vertragstyps und last but not least die Finanzierungskosten sein. Die Diversifikation der Finanzierungsquellen ist absolut vorteilhaft und ein strukturierte Darlehensfinanzierung ist kein Grund, Leasing oder Mietkauf nicht in Betracht zu ziehen. Sollte zusätzlich die Zinsschranke ein Thema sein, spricht die steuerliche Abzugsfähigkeit klar für Leasing.
LeasingPilot hat sich zum Ziel gesetzt, Corporate Finance-Know how mit den Möglichkeiten des Leasingmarktes zu verknüpfen und kann gerade in komplexen Finanzierungssituationen seine Vorteile ausspielen.
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